Zunächst einmal: Ich bin gut in Sri Lanka angekommen!
Am ersten Tag war ich noch reichlich überfordert. Die Abreise mit nur 2-3 Wochen Vorlaufzeit war so schnell gegangen und auf dem Flug mit mehrstündigem nächtlichen Zwischenstop in Dubai hatte ich kaum ein Auge zugetan. Ensprechend übermüdet bin ich in Colombo aus der Maschine geschlurft. Leider war Ankunftszeit 9 Uhr morgends und noch lange kein Schlaf in Sicht. Am Flughafen wurde ich sofort vom netten Fahrer der GTZ, Saman, abgeholt. Den interessierte es wenig, dass ich nur schlafen wollte und er erklärte mir auf der einstündigen Fahrt zum Office beherzt nicht nur viel über die Geschichte der Stadt sondern gab nebenbei auch noch eine kleine Unterrichtsstunde in Singalesich. Hängengeblieben ist angesichts meines Zustandes nur wenig....
Im Office habe ich dann sowohl Thomas meinen netten Vorgänger/Vormieter kennegelernt, sowie geschätzte 20 einheimische Mitarbeiter. Leider konnte ich mir bislang keinen einzigen Namen merken, da die Singalesischen Namen in etwa so aussehen: Vanashihandaschala Anandashangaree. Noch Fragen?
Dann ging es weiter in meine neue Bleibe. Die ist sehr sehr großzügig geschitten, auf zwei Etagen mit Terasse etc. Zwar ist alles ein bisschen schief und schepps, aber auf jeden Fall weitaus besser als der Durchschnitt der hiesiegen Bevölkerung wohnt. Ich bin also sehr zufrieden! Außerdem ist meine neue Mitbewohnerin Hannah überaus sympathisch. Fotos folgen alsbald!!!
Nachdem ich einen Teil aus- und den Rest umgepackt hatte, trafen wir uns mit den anderen jungen deutschen GTZ bzw. NGO Mitarbeitern, die gerade in Colombo sind (einige arbeiten auch auf Projekten in anderen Regionen) und fuhren zum ca 2-3 Stunden südlich gelegenen Strandort Hikkadua, um dort gemeinsam das letzte Wochenende mit Thomas zu verbringen. Nach gemeinsamen Abendessen, Bier und Party bin ich dann um ca. 2 Uhr Nachts ins Bett gefallen und lange lange nicht mehr aufgestanden.
Das Wochenende am Strand war super entspannt und die Leute sind wirklich wahnsinnig aufgeschlossen und hilfsbereit. Es freut sich hier einfach jeder über nette neue Leute aus der Heimat, weil doch recht wenige da sind und der Kontakt zu Einheimischen zwar möglich ist, aber seltendst richtige Freundschaften entstehen. Der kulturelle Unterschied ist schon sehr groß! (Dazu alsbald mal mehr) Außerdem ist ja jeder mal hier angekommen und hat Hilfe benötigt - das schafft eine große Solidarität.
Seit heute Abend (Sonnntag) bin ich wieder in meiner WG. Morgen fängt die Arbeit an und ich bin schon sehr gespannt, was auf mich zukommt. Dank der Tatsache, dass Thomas noch eine Woche lang da ist, um seine Aufgaben fertigzustellen und ich mich erstmal ein bisschen einlesen muss, wird es bestimmt noch nicht so stressig. Stressiger wird gleich der Versuch mein Moskitonetz irgendwo zu befestigen, da die Decke ungefähr 3 Meter hoch ist und keine Leiter existiert. Mal sehen, was ich mir kreatives einfallen lasse.....
Zur politischen Situation kann ich im Moment noch nicht sehr viel sagen, außer, dass es weiß Gott kein schwarz-weiß Bild ist. Die singalesische Regierung scheint extrem repressiv gegen die eigene Bevölkerung vorzugehen, Wahlen zu manipulieren und Menschenrechtsverletzungen zu begehen. Der Unterschied zur LTTE ist also nicht sehr groß...... Der Konflikt im Norden wird laut Regierung wohl militärisch "gelöst" werden. Wann und wie ist aber noch nicht klar. Mehr dazu kann ich im Moment nicht sagen, da ich mich noch viel viel zu wenig auskenne.
Jetzt erstmal ganz liebe an die Heimat, Conny
Sonntag, 23. September 2007
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