Donnerstag, 27. Dezember 2007

Auf der Suche nach den Elefanten

Auf der Suche nach den Elefanten Sri Lankas haben sich Peter und ich gestern in einen Nationalpark begeben. Dort sind wir dann ab ca. 4 Uhr Nachmittags mit Jeep und Fahrer durch die Gegend gekreuzt. Ohne Erfolg. Der Anblick eines wilden Pfaus, Pelikans oder Fuchses konnte und da natürlich nicht im mindesten trösten. Bestrebt uns vielleicht doch noch zum Erfolg zu verhelfen, bog unser Fahrer trotz einbrechender Dunkelheit nochmal in einen besonders abgelegenen Urwaldweg ein. Dort blieben wir stecken. Über die völlig unzureichende Ausrüstung des Fahrers und seine absolute Unfähigkeit uns aus dieser Situation zu retten (er kannte nicht mal die Telefonnummer der Park Ranger) möchte ich mich jetzt nicht weiter auslassen, da nach einer Weile zum Glück ein verspäteter Trupp Touristen unseren Weg in Richtung Ausgang fuhr und uns mit Stahlseil und viel Engagement zu Hilfe kam.

Auf dem langen Heimweg zu unserem Hotel sahen wir dann doch noch einen Elefanten. Er stand im Dunkeln an einer Straßenecke und fraß Müll. Es war sehr romantisch.

Alt und älter

Die Ruinen von Polonaruwa sind sehr alt und auch sehr weitläufig. Der gemeine Tourist sollte sich also am besten ein Fahrrad mieten, um das Gebiet abgrasen zu können. (Der gemeine Sri Lankaner macht das natürlich nicht, da er eine rechte Abneigung gegen Sport und Bewegung im Allgemeinen zu haben scheint). Peter und ich hatten es aber verpaßt, uns im verschlafenen Nest Polonaruwa um einen entsprechenden Untersatz zu kümmern und standen somit recht ratlos am Eingang zum Ruinenareal. Zurück in die Stadt zu hatschen war keine echte Alternative. Zum Glück waren die Soldaten vom Security Checkpoint am Eingang (vermutlich aufgrund eklatant schlechter Bezahlung) sehr offen dafür ihr Business zu erweitern. Nachdem sie uns zunächst eines ihrer Motorräder anboten, stürmten sich nach unserer Ablehnung auch noch los um ein paar sehr sehr alte Drahtesel aufzutreiben. Ich vermag nicht genau zu sagen, ob die Räder aus der gleichen Zeit wie die alten Tempel stammten – es würde mich aber nicht überraschen. Quietschend und klappern konnten wir dann doch noch das Gelände erkunden und hatten einen schönen Tag. Einzig die Hunde, haben mich anfangs sehr mitgenommen. Ich bin das Leid der Straßenhunde ja eigentlich aus Indien und auch aus Colombo gewohnt, aber in den Ruinen humpelten Kreaturen herum, die wirklich jede erdenkliche Krankheit, die man sich nur denken kann in ihrem ausgemergelten haarlosen Körpern zu tragen schienen. Ich hoffe schwer, daß sie damit genug Buße getan haben, um im nächsten Leben wieder als Mensch geboren zu werden….

Merry Christmas


 

Daß Weihnachten bei 30 Grad eigentlich nicht geht, war mir schon vor der Reise bewußt. Über das Ausmaß der Scheußlichkeiten, die Peter und mich am Heilig Abend erwarteten, war ich aber dennoch schockiert. Im Gegensatz zu den anderen Hotels der Reise, ist das Sudu Araliya ein recht liebloser Schuppen, der vor allem durch die Lustlosigkeit des Personals besticht. Zu Weihnachten wollte die Hotelleitung sich aber anscheinend dennoch etwas Besonderes einfallen lassen. Es wurde also eine Truppe von 3 Sängern engagiert, in himmelschreiende Weihnachtsmannkostüme gesteckt, mit einem Gemisch aus deutschen und englischen Liedertexten versehen und nach geschätzten 30 Minuten Einübungszeit auf die Gäste losgelassen. Obwohl Peter und ich - nachdem wir zuvor schon von einem Weihnachtsmann mit Luftballonstab und Maske vorm Gesicht durch die Lobby gejagt worden waren – versuchten das "Special Christmas Dinner" so schnell wir möglich in uns hinein zu schaufeln, um dann wieder auf unser Zimmer flüchten zu können, waren wir nicht schnell genug, der Darbietung zu entgehen. So wurden wir also, während wir das nicht wirklich leckere Essen in uns hinein schaufelten mit einem derart innbrünstigen "Muß I denn zum Städtele hinaus" beglückt, daß dem Sänger Schweiß und Tränen auf den Backen glitzerten. Für jede weitere Beschreibung fehlen mir nach wie vor die Worte. Unser Weihnachtsabendessen dauerte – Dessert eingeschlossen – ca. 15 Minuten. Der restliche Abend mit kleiner Bescherung im klimatisierten Hotelzimmer war dann zum Glück noch sehr schön.

Am 25sten Dezember wurde ich aber – wider Erwarten – doch sehr sentimental. So fern von Freunden und Familie und das aufgrund meines Berufswunsches vielleicht für eine ganze Reihe weiterer Jahre, habe ich mich dann doch recht einsam und verletzlich gefühlt. Nach einem tränenreichen Abend konnte ich lange nicht einschlafen, fand dann aber zu meiner großen Freude und Überraschung einen Sender, der nachts "Das Wunder von Manhattan" auf Englisch ausstrahlte. Nach 2 Stunden Weihnachts-Schnulze ging es mir dann entschieden besser J Egal wo ich nächstes Jahr stecke – zu Weihnachten möchte ich dann doch gerne wieder nach Hause kommen.

Samstag, 3. November 2007

Dies und das

Hier gibt es Flughunde. Manchmal sitzen sie im Garten unserer Nachbarn im Mangobaum und naschen Früchte.
Leider verirren sie sich nie auf unsere Terrasse. Ich würde gerne mal einen aus der Nähe sehen. Wenn ich einen Teller mit Obst auf den Tisch stelle, kommt nur eine alte Krähe. (Die aber schon nach 3 Sekunden! Keine Ahnung wie die das anstellt - so schnell zu bemerken, dass da ein Teller mit Obst steht?)


Heute früh hat mich eine sehr nette Kollegin, Kathrin Lorenz (www.flict.org), mit zum Schwimmen genommen. Wenn man am Wochenende an die Pools der großen Hotels der Stadt geht, trifft man dort Expats. Immer.
Eigentlich habe ich schon seit 4 Wochen vor, selber Mitglied in einem Sportclub eines der großen Hotels zu werden - dann könnte ich nach Herzenslust sporteln und den Pool nutzen. Der Pool, das ist in meinen Augen der entscheidende Vorteil gegenüber sonstigen Fitnessstudios. Allerdings ist der Spaß genauso teuer, wie Fitness Studio in Deutschland. Und ich kann ja auch noch nicht abschätzen, wie lange ich hier bleiben kann. Natürlich strecke ich schon langsam meine Fühler nach Anschluss-Jobs etc aus. Aber endgültig entscheiden tut sich sowas ja meist erst ein paar Wochen vorher. Mal sehen.
Ich war auch schon in einem lokalen Fitnessstudio. Das war sehr lustig. Die Stunde war gut, aber über die Räumlichkeiten musste ich ganz schön schmunzeln. Das Studio befand sich in einer Wohnung, die mal eben zum Fintessstudio umgebaut worden war. Sprich- In der ehemaligen Küche standen einfach ein paar unverschlossene Spinde für Klamotten. Umkleiden gab es nicht, sondern man musste bei einem der beiden Bäder anstehen und sich dann fix dort umziehen. Und im größten Raum waren Spiegel angebracht und ein paar Matten auf den Boden gelegt, um dort zu Turnen. Trotz aller Provisorien hat mir die Stunde gut gefallen. Das richtige Mass Action und das richtige Mass Entspannung. Das ist bei diesen Temperaturen ganz wichtig, finde ich.
Wie dem auch sei. Ich bin scharf auf einen POOOOOOOOOOL! Schwimmen macht bei diesen Temperaturen einfach viel mehr Spass als alles andere.


Heute Abend gehe ich zu Freunden, die einen Filmabend veranstalten. Es gibt Kinski. "Mein liebster Feind" von Werner Herzog. Ich kenne mich mit Kinski nicht aus. Bin mal gespannt. KINSKI, MONSUNREGEN, GIN TONIC. Eine schöne Mischung :-)

Gedanken

Um ein wenig mehr über Sri Lanka und den Konflikt zu erfahren, suche ich gerade nach entsprechender Literatur. Allerdings kenne ich mich inzwischen recht gut und weiss, dass ich abends im Bett keine Sachbücher mehr lese. Damit wird das Vorhaben schon etwas schwieriger, denn Belletristik zu Sir Lanka gibt es nur wenig.
Derzeit lese ich "Anils Geist" von Michaael Ondaatje (der hat auch "Der englische Patient" geschrieben). Was man da so über Landmienen und Bomben und verrohte Sitten im Bürgerkrieg ließt, erschreckt mich manchmal schon. Es ist eigenartig, wie auf einer so schönen Insel mit so netten Menschen gleichzeitig ein derart verfahrener brutaler Konflikt herrschen kann. Da fällt einem wieder auf, wie behütet unsere Generation in Europa doch ist. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es sich anfühlt, wenn ein Konflikt und Todesmeldungen zu Alltag werden. Wenn man sich mit der Zeit emotional abschottet (aus Frust oder Angst oder welchen Gründen auch immer) und einfach ein "normales" Leben lebt, mit Höhen und Tiefen und Freude und Trauer. Und der Krieg nurnoch so eine Art Grundrauschen ist, das man gar nicht mehr wahrnimmt.

Gestern wurden wohl Tamilsevan, einer der hochrangigsten Politker der LTTE, und 5 seiner Gefolgsleute von der srilankischen Regierung getötet. Die Aussichten auf neue Verhandlungen zum Waffenstillstand stehen also schlecht.
Aber man sollte die Hoffnung natürlich nie aufgeben.

Oktoberfest

Es ist Oktoberfest. In Sri Lanka. Im Hilton. Schon allein diese Mischung waere kurious. Aber das ist erst der Anfang.
Am Mittwoch sind wir von der GTZ aus also zum Feierabendbier auf's Oktoberfest gestapft. Da saß ich am Tisch mit Leuten, die zwar schon in Südafrika, China, Argentinien oder sonstwo auf der Welt auf dem Oktoberfest waren, aber nie in München. So ist das wohl, wenn man sich in einer internationalen Gemeinschaft bewegt.
Angesichts dieser Ausgangslage, war ich natürlich diejenige, der beim Anblick der Bierkarte (Beweisfotos lade ich gleich) das Lachen am schnellsten verging. "Kölsch-The Champagne of Beers" oder "Strawberry Flovoured Beer Pinchers" gab es da zur Auswahl!!! Aber wenn man eine Menge davon trinkt, erhält man zum Glück dennoch die erwünschte Wirkung.
Untermalt von der Musik der "Bavarian Boys und Petra" (tatsächlich eine Original Oktoberfest Bierzelt Band) kam man dann doch ganz gut in Tanzlaune. Auch wenn die Atmosphäre - bei 30 Grad, gelegentlichen Feldermäusen, die sich ins Festzelt verirrten und in Panik wieder flohen, Kellnern, die sich an ihre braunen Baggypants Hosenträger geschnallt hatten, um Lederhosen zu imitieren und einer blutjungen Animateurin mit FBI Kapppe (meiner Meinung nach auf Drogen), die an Geschmacklosigkeit alles übertraf - doch recht gewöhnungbedürftig war.
Immer wenn tatsächlich mal ein bisschen Stimmung aufgekommen war, musste die Band wieder unterbrechen und einem hochnotpeinlichen Spiele-Reigen Platz machen. (Sowas wird dann als deutsches Kulturgut verkauft). Natürlich hatte keiner im Zelt Lust darauf, aber die besagte Animateurin (deren Existenzbereichtigung natürlich im Stattfinden dieser Spiele lag) ließ nicht locker, bis sie eine Truppe von Opfern beisammen hatte. Meist völlig betrunkene Japanierinnen, deren Motorik es nicht mal mehr erlaubte auf ihren hochhackigen Schuhen zu stehen. Geschweige denn irgendwelche Aktions-Spielchen mitzumachen. Aber die Japaner scheinen ja einen angeborenen Hang zu Harakiri zu haben....
Besagte Animateurin scheint sich beim letzten Oktoberfest auch ein besonderes Bonmot geleistet zu haben. Völlig aufgegangen im Bespaßungsrausch hielt sie ein "Heil Hitler" für angebracht. Das war es natürlich nicht.
Für diese Szene hätte ich einiges gegeben, aber natürlich hat sie aus ihren Fehlern gelernt und sich dieses Mal nicht zu einem ähnlichen Exzess verleiten lassen.
Alles in allem war der Abend ein Erlebnis der besonderen Art. Viel Fremdschämen inklusive.
Aber zumindest das Essen war phänomenal! Für eine Pauschale von 1500 Rupies konnte man sich so viel bayerische Spezialitäten vom Büffet aufladen, wie man wollte. Und der echt bayerische Koch, war ungemein nett und verteilte sogar noch Schnupftabak an alle. Allein dafür hat es sich gelohnt.

Sonntag, 14. Oktober 2007

Ein Kater in den Tropen

Ich bin verkatert. Waren gestern auf einer Geburtstagsfeier von mehreren Internationals gemeinsam. In der BuBar am Strand. Haben dann um 5 Uhr beschlossen, dass man eigentlich auch am Strand durchmachen und dort frühstücken kann. Gesagt getan. Jetzt ist es 14 Uhr und ich bin müde. Ein Meer aus Zeit, das es zu füllen gibt liegt noch vor mir. Wenigstens bis 21 Uhr sollte ich durchhalten. Aber ich bin zu schlapp, um was sinnvolles zu tun. Also Blogg-Eintrag schreiben (10 Min weg). Vielleicht Spiegel online durchforsten (20 Min weg). (...) Bei 35 Grad macht das nicht so richtig Spaß. Kater ist besser bei Kälte und Regen. Habe mich gerade kalt geduscht und unabgetrocknet unter den Ventilator gesetzt. Das ist das kühlste was man kriegt. Trocken ist man nach ca. 15 Min. Das könnnte ich jetzt also noch ...ähm...28 Mal machen. Dann gehts ins Bett...

Freitag, 12. Oktober 2007

Die Luft

Habe meine erste tropische Erkältung gehabt und überstanden. War aber nur eine kleine. Gott sei Dank! Lustig, wie schnell sich da das Temperaturgefühl ändert. In den letzten zwei Wochen hätte ich mich am liebsten 3 Mal am Tag geduscht und war immer ungemein froh ins Büro zu kommen, weil es dort eine Klimaanlage gibt. Aber ab dem ersten Erkältungstag bin ich hier bei 35 Grad sogar gerne mit Pashminaschaal um den Hals herumgelaufen und habe weder A/C noch Ventilator gebraucht, obwohl ich permanent Tee und Hühnerbrühe getrunken habe....
Außerdem fällt einem im angeschlagenen Zustand erstmal richtig auf, wie ungemein dreckig die Luft ist. Alle paar Meter verbrennen Leute ihre Mülltüten auf der Straße. Also mit allem drin. Auch Plastik. Das gibt einen fiesen Qualm. Dazu die dunklen Auspuffschwaden von Autos, Lastwägen und Bussen... Die Feinstaubdebatte in Deutschland bringt einen hier nur zum Schmunzeln. Wenn man sich morends auf dem Weg zur Arbeit ein weißes Tuch über Mund und Nase bindet, ist es grau, wenn man in der Arbeit ankommt. Habe ich gehört. Ich laufe ohne Tuch rum, versuche aber möglichst wenig zu atmen, wenn ich im Tuktuk sitze. Keine ideale Lösung.
Besonders an den Tagen, an denen Polizisten den Verkehr regeln. Um die Arbeitslosigkeit zu senken, stellt der Staat ungemein viele Beamte, Polizisten, Solddaten etc. ein Die müssen irgendwie beschäftigt werden. Deshalb werden sie alle paar Tage auf die Kreuzungen dieser Stadt losgelassen. Meist läuft paralell die Ampelschaltung weiter. Normalerweise wird aber nichtmal die wirklich beachtet. Auf jeden Fall wird das Chaos durch den Faktor Polizist immer noch größer. Da meist aber auch noch ein paar Soldaten mit Maschinengewehren an den Kreuzungen stehen, versucht jeder seinen Frust runterzuschlucken. Man will ja nicht unangenehm auffallen.
Die Idee überall völlig gelangweilte junge Männer mit Maschinengewehren in der Stadt aufzustellen, finde ich ja ohnehin nicht unbedingt gelungen. Schon klar, das soll abschrecken und für Sicherheit sorgen. Ob es das tut, ist aber eine andere Fragen.

Aber trotz schlechter Luft.
Colombo gefällt mir ungemein gut!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Mittwoch, 3. Oktober 2007

Das Land der verrueckten Zahlen

1. Es gibt 107 Minister in Sri Lanka. 107! Mein liebster ist der "Minister for Coconut Development" Coco-nuts!
2. Es gibt mindestens 3 verschiedene Sorten Steckdosen. Da hat es auch nichts geholfen, dass ich einen Adapter eingepackt habe. Wann immer ich eine Leselampe oder sonstwas kaufe und einstecken will, merke ich, dass der Stecker nicht in die Steckdose passt. Bin mal gespannt auf wie viele verschiedene Systeme ich hier stoße.
3. Das Land hat 3 Kolonialmaechte hinter sich. Portugal, Niederlande, England. Daher vielleicht die ganzen Stecker?....
4. Meine Hausnummer ist 81/7 2/1. Noch Fragen?

Sonntag, 23. September 2007

München-Dubai-Colombo-Hikkadua-Colombo

Zunächst einmal: Ich bin gut in Sri Lanka angekommen!
Am ersten Tag war ich noch reichlich überfordert. Die Abreise mit nur 2-3 Wochen Vorlaufzeit war so schnell gegangen und auf dem Flug mit mehrstündigem nächtlichen Zwischenstop in Dubai hatte ich kaum ein Auge zugetan. Ensprechend übermüdet bin ich in Colombo aus der Maschine geschlurft. Leider war Ankunftszeit 9 Uhr morgends und noch lange kein Schlaf in Sicht. Am Flughafen wurde ich sofort vom netten Fahrer der GTZ, Saman, abgeholt. Den interessierte es wenig, dass ich nur schlafen wollte und er erklärte mir auf der einstündigen Fahrt zum Office beherzt nicht nur viel über die Geschichte der Stadt sondern gab nebenbei auch noch eine kleine Unterrichtsstunde in Singalesich. Hängengeblieben ist angesichts meines Zustandes nur wenig....
Im Office habe ich dann sowohl Thomas meinen netten Vorgänger/Vormieter kennegelernt, sowie geschätzte 20 einheimische Mitarbeiter. Leider konnte ich mir bislang keinen einzigen Namen merken, da die Singalesischen Namen in etwa so aussehen: Vanashihandaschala Anandashangaree. Noch Fragen?
Dann ging es weiter in meine neue Bleibe. Die ist sehr sehr großzügig geschitten, auf zwei Etagen mit Terasse etc. Zwar ist alles ein bisschen schief und schepps, aber auf jeden Fall weitaus besser als der Durchschnitt der hiesiegen Bevölkerung wohnt. Ich bin also sehr zufrieden! Außerdem ist meine neue Mitbewohnerin Hannah überaus sympathisch. Fotos folgen alsbald!!!

Nachdem ich einen Teil aus- und den Rest umgepackt hatte, trafen wir uns mit den anderen jungen deutschen GTZ bzw. NGO Mitarbeitern, die gerade in Colombo sind (einige arbeiten auch auf Projekten in anderen Regionen) und fuhren zum ca 2-3 Stunden südlich gelegenen Strandort Hikkadua, um dort gemeinsam das letzte Wochenende mit Thomas zu verbringen. Nach gemeinsamen Abendessen, Bier und Party bin ich dann um ca. 2 Uhr Nachts ins Bett gefallen und lange lange nicht mehr aufgestanden.
Das Wochenende am Strand war super entspannt und die Leute sind wirklich wahnsinnig aufgeschlossen und hilfsbereit. Es freut sich hier einfach jeder über nette neue Leute aus der Heimat, weil doch recht wenige da sind und der Kontakt zu Einheimischen zwar möglich ist, aber seltendst richtige Freundschaften entstehen. Der kulturelle Unterschied ist schon sehr groß! (Dazu alsbald mal mehr) Außerdem ist ja jeder mal hier angekommen und hat Hilfe benötigt - das schafft eine große Solidarität.
Seit heute Abend (Sonnntag) bin ich wieder in meiner WG. Morgen fängt die Arbeit an und ich bin schon sehr gespannt, was auf mich zukommt. Dank der Tatsache, dass Thomas noch eine Woche lang da ist, um seine Aufgaben fertigzustellen und ich mich erstmal ein bisschen einlesen muss, wird es bestimmt noch nicht so stressig. Stressiger wird gleich der Versuch mein Moskitonetz irgendwo zu befestigen, da die Decke ungefähr 3 Meter hoch ist und keine Leiter existiert. Mal sehen, was ich mir kreatives einfallen lasse.....
Zur politischen Situation kann ich im Moment noch nicht sehr viel sagen, außer, dass es weiß Gott kein schwarz-weiß Bild ist. Die singalesische Regierung scheint extrem repressiv gegen die eigene Bevölkerung vorzugehen, Wahlen zu manipulieren und Menschenrechtsverletzungen zu begehen. Der Unterschied zur LTTE ist also nicht sehr groß...... Der Konflikt im Norden wird laut Regierung wohl militärisch "gelöst" werden. Wann und wie ist aber noch nicht klar. Mehr dazu kann ich im Moment nicht sagen, da ich mich noch viel viel zu wenig auskenne.
Jetzt erstmal ganz liebe an die Heimat, Conny

Mittwoch, 6. Juni 2007

Indien Nr.2

Hallo beisammen,

also die Purification (mittels kleiner gruener Pille) war nicht so schlimm, wie befuerchtet. Ausserdem ist nach spaetestens drei Stunden der ganze Spuck vorbei. Wie schon vor Jahren beim Heilfasten hatte ich aber auch diesmal nicht das Gefuehl "total gereinigt" zu sein. Da fehlt mir wohl die spirituelle oder kerperliche Veranlagung zu. Jetzt steht mir noch ein Einlauf mit Oel bevor und dann ist's auch genug mit exotischen Reinigungsritualen :-)

Meinen Urlaub scheine ich ideal geplant zu haben, da nur an den ersten Zwei Tagen Regenwetter herrschte und seither eitel Sonnenschein. Aber die Zeitungen berichten, dass spaetestens Anfang naechster Woche der Monsun wirklich Einzug halten soll. Da breche ich meine Zelte hier dann auch wieder ab...

Und- so schoen es hier auch sein mag - ich freue mich sehr auf Muenchen und vor allem darauf nicht konstant schwitzen zu muessen. Denn neben gefuehlten feuchten 40 Grad im Schatten werden wir "genoetigt" permanent heissen Tee zu trinken und nur warme Malzeiten zu essen. Das entspricht dem Ayurveda Prinzip. Gestern hae ich mich aber mal heimlich in den naechsten Touristenort verzogen und in einem Lokal ein eisgekuehltes Kingfisher Bier zum Sonnenuntergang bestellt. Das hebt die Laune betraechtlich.

Die meisten Ausfluege macht ich mit einer kleinen Truppe anderer Geaste. Die sind zwar alle etwas aelter - aber das wir allesamt das erstemal eine Ayurvedakur durchleben und Erfahrungsaustausch ueber so intime Dinge wie Verdauung, Einlaeufe etc an der Tagesortnugn stehen, kommt man sich auch sonst schnell naeher und ist eine eingeschworene "Leidens"-Gemeinschaft. In der Gruppe unternehme ich dann auch viel lieber mal die laengeren Ausfluege (siehe die Prbleme mit Belaestigung etc). Gestern sind wir um 3 Uhr frueh aufgestanden und ans Kap runter gefahren. Dort treffen 3 Meere aufeinander und der Ort ist eine wichtige indische Pilgerstaette, an der wirklich jeden Tag im Jahr hunderte Inder begeistert den Sonnenaufgang feiern.
Der war dann auch entsprechend eeindruckend mit einer knallroten grssen Snne und ich habe viele Fotos geschossen.

Jetzt mache ich mich auf in die naechste grosse Stadt (Trivandrum) um mir irendetwas zum Geburtstag zu kaufen. Gesagt habe ich hier zwar niemandem, was heute fuer ein Tag ist ( hatte schon genug Geburtstage an denen irgendwelche Hotelangestellten mich mit scheusslichen Kuchen und Staendchen "verwoehnen", dass es fuer 2 Leben reicht), aber ganz still und heimlich werde ich mich es mir heute trotzdem gut gehen lassen....

Auf bald und liebe Greusse Conny

Samstag, 2. Juni 2007

Indien Nr.1

Mein Vorhaben, dass ich jeden Tag aus Indien einen kleinen Bericht fuer Euch alle schreiben werde, ist grandios gescheitert, da in meinem Hotel und in der naeheren Umgebung die Internetverbindungen nie laenger als 2 Minuten funktionieren. Jetzt habe ich wenigstens ein Internetcafe gefunden und schicke mal ein Lebenszeichen....

Mein Hotel und die Ayrvedakur sind wirklich sehr schoen. Die Massagen dauern im Schnitt 2 Stunden pro Tag und sind wahnisnnig entspannend. Es hat sich also gelohnt, mein Schamgefuehl gaenzlich zu vergessen. Am ersten Tag wahr es allerdings noch unangenehm. Man wird in einen weiss-gekachelten Raum gefuehrt, in dem ausser einer Holzpritsche, einem kleinen Schemel und einem dicken Seil keinerlei "Einrichtung" besteht. Dann wird man aufgefordert sich komplett zu entkleiden und sich nackt mit geoeffneten Beinen auf den Schemel zu setzen. Waehrend man leicht verstoert diesen Anweisungen folgt, binden sich die beiden Therapeutinnen schon ihre gruenen Kittel um.
Die Atmospheare bei einem Metzger kann fure das Tier nicht viel anders sein. Ich fuehlte mich auch an Folterszenen aus Filmen ueber suedamerikanische Miitaerdiktaturen errinnert.
Zum Glueck blieb aber ab dann alles harmlos. Man wird einfach mit unmengen an Oel uebergosen und in allen moeglichen Positionen durchgeknetet. Sitzend, liegend, auf der Seite, dem Bauch,Ruecken mit den Fuessen mit den Haenden, mit einem "Special Powder" der gut zum Entschlacken sein soll, aber verdaechtig nach Curry-Gewuerzmischung riecht (man kommt isch wirklich vor, wie ein mariniertes Huenchen!!!) usw usw.

Morgen steht Purifikation an. Da bekomme ich den ganzen Tag nix zu essen und eine kleine gruene Tablette, die einen so richtig durchraeumen soll.... Mal sehen.....Die anderen Gaeste haen mir versichert, dass es halb so wild ist.
Ab dann gibt es aber (zur Belohnung) jeden Tag den Beruehmten Stirn/Oel-Guss auf den ich mich schon sehr freue.

Da meistens nach einer Stunde Yoga morgends (der Yogalehrer laesst sehr zu wuenschen uebrig! Es ist ein voellig vergeistigter Inder, der keine Ruecksicht darauf nimmt, dass keiner im Kurs wirklich Ahnung von Yoga hat. Er turnt einfach drauf los und wir sollten nachmachen. Zum Glueck nimmt unsere kleine Gruppe das genze mit SEHR viel Humor) und einem leckeren Freuhstueck von 10-12 Uhr "Behandlungen" (=Massagen) angestzt sind, man danach mindestens 1,5 Stunden ruhen soll, man dann das ganze Oel abwachen muss, dann ein Mittagssnack ansteht und um 19 Uhr wieder Abendessen ist, hat man kaum Zeit die Gegend zu erkunden.
Aber natuerlich war ich schon ein bisschen unterwegs. Leider werde ich in Zukunft aber nur noch in Begleitung Losziehen, da man in Indien als junge Touristin so derbe sexuell belaestigt wird, wie in keinem anderen Land Asiens (oder ueberhaupt). Ich hatte ein bisschen verdraengt, dass die Inder weder Privatsphaere, noch einen Respektvollen Koerper-Abstand kennen. Man wird all ueber all betatscht, bedraengt, angebettelt etc. Das deampft die Abenteuerlust schon gewaltig und wahrscheinlich werde vorerst doch wieder lieber andere Leander Asiens bereisen. Auch wenn es hier - abgesehen davon - wirklich schoen ist.
Vor allem der Kontrast zu Nordindien ist enorm. Viel weniger Armut!

So - jetzt gehe ich noch ein wenig an den Strand. Da wird gerade ein Bollzwood Film gedreht und das Dekor, welchese vorhin aufgestellt wurde - griechische Saeulen, eine rosane Hollywoodschaukel und rosafarbene Tuecher leasst grossartiges erwarten :-) Die Indiesche Aestetik ist ein grosses Mysterium....

Ganz liebe Gruesse und bis bald Conny

Sonntag, 20. Mai 2007

Los geht's

Wofür IT-Begabte Mitbwohner so alles nütze sind.... Jetzt habe ich also einen Blogg: Mal sehen, ob ich den auch benutzen werde.