Mein Vorhaben, dass ich jeden Tag aus Indien einen kleinen Bericht fuer Euch alle schreiben werde, ist grandios gescheitert, da in meinem Hotel und in der naeheren Umgebung die Internetverbindungen nie laenger als 2 Minuten funktionieren. Jetzt habe ich wenigstens ein Internetcafe gefunden und schicke mal ein Lebenszeichen....
Mein Hotel und die Ayrvedakur sind wirklich sehr schoen. Die Massagen dauern im Schnitt 2 Stunden pro Tag und sind wahnisnnig entspannend. Es hat sich also gelohnt, mein Schamgefuehl gaenzlich zu vergessen. Am ersten Tag wahr es allerdings noch unangenehm. Man wird in einen weiss-gekachelten Raum gefuehrt, in dem ausser einer Holzpritsche, einem kleinen Schemel und einem dicken Seil keinerlei "Einrichtung" besteht. Dann wird man aufgefordert sich komplett zu entkleiden und sich nackt mit geoeffneten Beinen auf den Schemel zu setzen. Waehrend man leicht verstoert diesen Anweisungen folgt, binden sich die beiden Therapeutinnen schon ihre gruenen Kittel um.
Die Atmospheare bei einem Metzger kann fure das Tier nicht viel anders sein. Ich fuehlte mich auch an Folterszenen aus Filmen ueber suedamerikanische Miitaerdiktaturen errinnert.
Zum Glueck blieb aber ab dann alles harmlos. Man wird einfach mit unmengen an Oel uebergosen und in allen moeglichen Positionen durchgeknetet. Sitzend, liegend, auf der Seite, dem Bauch,Ruecken mit den Fuessen mit den Haenden, mit einem "Special Powder" der gut zum Entschlacken sein soll, aber verdaechtig nach Curry-Gewuerzmischung riecht (man kommt isch wirklich vor, wie ein mariniertes Huenchen!!!) usw usw.
Morgen steht Purifikation an. Da bekomme ich den ganzen Tag nix zu essen und eine kleine gruene Tablette, die einen so richtig durchraeumen soll.... Mal sehen.....Die anderen Gaeste haen mir versichert, dass es halb so wild ist.
Ab dann gibt es aber (zur Belohnung) jeden Tag den Beruehmten Stirn/Oel-Guss auf den ich mich schon sehr freue.
Da meistens nach einer Stunde Yoga morgends (der Yogalehrer laesst sehr zu wuenschen uebrig! Es ist ein voellig vergeistigter Inder, der keine Ruecksicht darauf nimmt, dass keiner im Kurs wirklich Ahnung von Yoga hat. Er turnt einfach drauf los und wir sollten nachmachen. Zum Glueck nimmt unsere kleine Gruppe das genze mit SEHR viel Humor) und einem leckeren Freuhstueck von 10-12 Uhr "Behandlungen" (=Massagen) angestzt sind, man danach mindestens 1,5 Stunden ruhen soll, man dann das ganze Oel abwachen muss, dann ein Mittagssnack ansteht und um 19 Uhr wieder Abendessen ist, hat man kaum Zeit die Gegend zu erkunden.
Aber natuerlich war ich schon ein bisschen unterwegs. Leider werde ich in Zukunft aber nur noch in Begleitung Losziehen, da man in Indien als junge Touristin so derbe sexuell belaestigt wird, wie in keinem anderen Land Asiens (oder ueberhaupt). Ich hatte ein bisschen verdraengt, dass die Inder weder Privatsphaere, noch einen Respektvollen Koerper-Abstand kennen. Man wird all ueber all betatscht, bedraengt, angebettelt etc. Das deampft die Abenteuerlust schon gewaltig und wahrscheinlich werde vorerst doch wieder lieber andere Leander Asiens bereisen. Auch wenn es hier - abgesehen davon - wirklich schoen ist.
Vor allem der Kontrast zu Nordindien ist enorm. Viel weniger Armut!
So - jetzt gehe ich noch ein wenig an den Strand. Da wird gerade ein Bollzwood Film gedreht und das Dekor, welchese vorhin aufgestellt wurde - griechische Saeulen, eine rosane Hollywoodschaukel und rosafarbene Tuecher leasst grossartiges erwarten :-) Die Indiesche Aestetik ist ein grosses Mysterium....
Ganz liebe Gruesse und bis bald Conny