Es ist Oktoberfest. In Sri Lanka. Im Hilton. Schon allein diese Mischung waere kurious. Aber das ist erst der Anfang.
Am Mittwoch sind wir von der GTZ aus also zum Feierabendbier auf's Oktoberfest gestapft. Da saß ich am Tisch mit Leuten, die zwar schon in Südafrika, China, Argentinien oder sonstwo auf der Welt auf dem Oktoberfest waren, aber nie in München. So ist das wohl, wenn man sich in einer internationalen Gemeinschaft bewegt.
Angesichts dieser Ausgangslage, war ich natürlich diejenige, der beim Anblick der Bierkarte (Beweisfotos lade ich gleich) das Lachen am schnellsten verging. "Kölsch-The Champagne of Beers" oder "Strawberry Flovoured Beer Pinchers" gab es da zur Auswahl!!! Aber wenn man eine Menge davon trinkt, erhält man zum Glück dennoch die erwünschte Wirkung.
Untermalt von der Musik der "Bavarian Boys und Petra" (tatsächlich eine Original Oktoberfest Bierzelt Band) kam man dann doch ganz gut in Tanzlaune. Auch wenn die Atmosphäre - bei 30 Grad, gelegentlichen Feldermäusen, die sich ins Festzelt verirrten und in Panik wieder flohen, Kellnern, die sich an ihre braunen Baggypants Hosenträger geschnallt hatten, um Lederhosen zu imitieren und einer blutjungen Animateurin mit FBI Kapppe (meiner Meinung nach auf Drogen), die an Geschmacklosigkeit alles übertraf - doch recht gewöhnungbedürftig war.
Immer wenn tatsächlich mal ein bisschen Stimmung aufgekommen war, musste die Band wieder unterbrechen und einem hochnotpeinlichen Spiele-Reigen Platz machen. (Sowas wird dann als deutsches Kulturgut verkauft). Natürlich hatte keiner im Zelt Lust darauf, aber die besagte Animateurin (deren Existenzbereichtigung natürlich im Stattfinden dieser Spiele lag) ließ nicht locker, bis sie eine Truppe von Opfern beisammen hatte. Meist völlig betrunkene Japanierinnen, deren Motorik es nicht mal mehr erlaubte auf ihren hochhackigen Schuhen zu stehen. Geschweige denn irgendwelche Aktions-Spielchen mitzumachen. Aber die Japaner scheinen ja einen angeborenen Hang zu Harakiri zu haben....
Besagte Animateurin scheint sich beim letzten Oktoberfest auch ein besonderes Bonmot geleistet zu haben. Völlig aufgegangen im Bespaßungsrausch hielt sie ein "Heil Hitler" für angebracht. Das war es natürlich nicht.
Für diese Szene hätte ich einiges gegeben, aber natürlich hat sie aus ihren Fehlern gelernt und sich dieses Mal nicht zu einem ähnlichen Exzess verleiten lassen.
Alles in allem war der Abend ein Erlebnis der besonderen Art. Viel Fremdschämen inklusive.
Aber zumindest das Essen war phänomenal! Für eine Pauschale von 1500 Rupies konnte man sich so viel bayerische Spezialitäten vom Büffet aufladen, wie man wollte. Und der echt bayerische Koch, war ungemein nett und verteilte sogar noch Schnupftabak an alle. Allein dafür hat es sich gelohnt.
Samstag, 3. November 2007
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