Donnerstag, 27. Dezember 2007

Auf der Suche nach den Elefanten

Auf der Suche nach den Elefanten Sri Lankas haben sich Peter und ich gestern in einen Nationalpark begeben. Dort sind wir dann ab ca. 4 Uhr Nachmittags mit Jeep und Fahrer durch die Gegend gekreuzt. Ohne Erfolg. Der Anblick eines wilden Pfaus, Pelikans oder Fuchses konnte und da natürlich nicht im mindesten trösten. Bestrebt uns vielleicht doch noch zum Erfolg zu verhelfen, bog unser Fahrer trotz einbrechender Dunkelheit nochmal in einen besonders abgelegenen Urwaldweg ein. Dort blieben wir stecken. Über die völlig unzureichende Ausrüstung des Fahrers und seine absolute Unfähigkeit uns aus dieser Situation zu retten (er kannte nicht mal die Telefonnummer der Park Ranger) möchte ich mich jetzt nicht weiter auslassen, da nach einer Weile zum Glück ein verspäteter Trupp Touristen unseren Weg in Richtung Ausgang fuhr und uns mit Stahlseil und viel Engagement zu Hilfe kam.

Auf dem langen Heimweg zu unserem Hotel sahen wir dann doch noch einen Elefanten. Er stand im Dunkeln an einer Straßenecke und fraß Müll. Es war sehr romantisch.

Alt und älter

Die Ruinen von Polonaruwa sind sehr alt und auch sehr weitläufig. Der gemeine Tourist sollte sich also am besten ein Fahrrad mieten, um das Gebiet abgrasen zu können. (Der gemeine Sri Lankaner macht das natürlich nicht, da er eine rechte Abneigung gegen Sport und Bewegung im Allgemeinen zu haben scheint). Peter und ich hatten es aber verpaßt, uns im verschlafenen Nest Polonaruwa um einen entsprechenden Untersatz zu kümmern und standen somit recht ratlos am Eingang zum Ruinenareal. Zurück in die Stadt zu hatschen war keine echte Alternative. Zum Glück waren die Soldaten vom Security Checkpoint am Eingang (vermutlich aufgrund eklatant schlechter Bezahlung) sehr offen dafür ihr Business zu erweitern. Nachdem sie uns zunächst eines ihrer Motorräder anboten, stürmten sich nach unserer Ablehnung auch noch los um ein paar sehr sehr alte Drahtesel aufzutreiben. Ich vermag nicht genau zu sagen, ob die Räder aus der gleichen Zeit wie die alten Tempel stammten – es würde mich aber nicht überraschen. Quietschend und klappern konnten wir dann doch noch das Gelände erkunden und hatten einen schönen Tag. Einzig die Hunde, haben mich anfangs sehr mitgenommen. Ich bin das Leid der Straßenhunde ja eigentlich aus Indien und auch aus Colombo gewohnt, aber in den Ruinen humpelten Kreaturen herum, die wirklich jede erdenkliche Krankheit, die man sich nur denken kann in ihrem ausgemergelten haarlosen Körpern zu tragen schienen. Ich hoffe schwer, daß sie damit genug Buße getan haben, um im nächsten Leben wieder als Mensch geboren zu werden….

Merry Christmas


 

Daß Weihnachten bei 30 Grad eigentlich nicht geht, war mir schon vor der Reise bewußt. Über das Ausmaß der Scheußlichkeiten, die Peter und mich am Heilig Abend erwarteten, war ich aber dennoch schockiert. Im Gegensatz zu den anderen Hotels der Reise, ist das Sudu Araliya ein recht liebloser Schuppen, der vor allem durch die Lustlosigkeit des Personals besticht. Zu Weihnachten wollte die Hotelleitung sich aber anscheinend dennoch etwas Besonderes einfallen lassen. Es wurde also eine Truppe von 3 Sängern engagiert, in himmelschreiende Weihnachtsmannkostüme gesteckt, mit einem Gemisch aus deutschen und englischen Liedertexten versehen und nach geschätzten 30 Minuten Einübungszeit auf die Gäste losgelassen. Obwohl Peter und ich - nachdem wir zuvor schon von einem Weihnachtsmann mit Luftballonstab und Maske vorm Gesicht durch die Lobby gejagt worden waren – versuchten das "Special Christmas Dinner" so schnell wir möglich in uns hinein zu schaufeln, um dann wieder auf unser Zimmer flüchten zu können, waren wir nicht schnell genug, der Darbietung zu entgehen. So wurden wir also, während wir das nicht wirklich leckere Essen in uns hinein schaufelten mit einem derart innbrünstigen "Muß I denn zum Städtele hinaus" beglückt, daß dem Sänger Schweiß und Tränen auf den Backen glitzerten. Für jede weitere Beschreibung fehlen mir nach wie vor die Worte. Unser Weihnachtsabendessen dauerte – Dessert eingeschlossen – ca. 15 Minuten. Der restliche Abend mit kleiner Bescherung im klimatisierten Hotelzimmer war dann zum Glück noch sehr schön.

Am 25sten Dezember wurde ich aber – wider Erwarten – doch sehr sentimental. So fern von Freunden und Familie und das aufgrund meines Berufswunsches vielleicht für eine ganze Reihe weiterer Jahre, habe ich mich dann doch recht einsam und verletzlich gefühlt. Nach einem tränenreichen Abend konnte ich lange nicht einschlafen, fand dann aber zu meiner großen Freude und Überraschung einen Sender, der nachts "Das Wunder von Manhattan" auf Englisch ausstrahlte. Nach 2 Stunden Weihnachts-Schnulze ging es mir dann entschieden besser J Egal wo ich nächstes Jahr stecke – zu Weihnachten möchte ich dann doch gerne wieder nach Hause kommen.