Daß Weihnachten bei 30 Grad eigentlich nicht geht, war mir schon vor der Reise bewußt. Über das Ausmaß der Scheußlichkeiten, die Peter und mich am Heilig Abend erwarteten, war ich aber dennoch schockiert. Im Gegensatz zu den anderen Hotels der Reise, ist das Sudu Araliya ein recht liebloser Schuppen, der vor allem durch die Lustlosigkeit des Personals besticht. Zu Weihnachten wollte die Hotelleitung sich aber anscheinend dennoch etwas Besonderes einfallen lassen. Es wurde also eine Truppe von 3 Sängern engagiert, in himmelschreiende Weihnachtsmannkostüme gesteckt, mit einem Gemisch aus deutschen und englischen Liedertexten versehen und nach geschätzten 30 Minuten Einübungszeit auf die Gäste losgelassen. Obwohl Peter und ich - nachdem wir zuvor schon von einem Weihnachtsmann mit Luftballonstab und Maske vorm Gesicht durch die Lobby gejagt worden waren – versuchten das "Special Christmas Dinner" so schnell wir möglich in uns hinein zu schaufeln, um dann wieder auf unser Zimmer flüchten zu können, waren wir nicht schnell genug, der Darbietung zu entgehen. So wurden wir also, während wir das nicht wirklich leckere Essen in uns hinein schaufelten mit einem derart innbrünstigen "Muß I denn zum Städtele hinaus" beglückt, daß dem Sänger Schweiß und Tränen auf den Backen glitzerten. Für jede weitere Beschreibung fehlen mir nach wie vor die Worte. Unser Weihnachtsabendessen dauerte – Dessert eingeschlossen – ca. 15 Minuten. Der restliche Abend mit kleiner Bescherung im klimatisierten Hotelzimmer war dann zum Glück noch sehr schön.
Am 25sten Dezember wurde ich aber – wider Erwarten – doch sehr sentimental. So fern von Freunden und Familie und das aufgrund meines Berufswunsches vielleicht für eine ganze Reihe weiterer Jahre, habe ich mich dann doch recht einsam und verletzlich gefühlt. Nach einem tränenreichen Abend konnte ich lange nicht einschlafen, fand dann aber zu meiner großen Freude und Überraschung einen Sender, der nachts "Das Wunder von Manhattan" auf Englisch ausstrahlte. Nach 2 Stunden Weihnachts-Schnulze ging es mir dann entschieden besser J Egal wo ich nächstes Jahr stecke – zu Weihnachten möchte ich dann doch gerne wieder nach Hause kommen.