Hier gibt es Flughunde. Manchmal sitzen sie im Garten unserer Nachbarn im Mangobaum und naschen Früchte.
Leider verirren sie sich nie auf unsere Terrasse. Ich würde gerne mal einen aus der Nähe sehen. Wenn ich einen Teller mit Obst auf den Tisch stelle, kommt nur eine alte Krähe. (Die aber schon nach 3 Sekunden! Keine Ahnung wie die das anstellt - so schnell zu bemerken, dass da ein Teller mit Obst steht?)
Heute früh hat mich eine sehr nette Kollegin, Kathrin Lorenz (www.flict.org), mit zum Schwimmen genommen. Wenn man am Wochenende an die Pools der großen Hotels der Stadt geht, trifft man dort Expats. Immer.
Eigentlich habe ich schon seit 4 Wochen vor, selber Mitglied in einem Sportclub eines der großen Hotels zu werden - dann könnte ich nach Herzenslust sporteln und den Pool nutzen. Der Pool, das ist in meinen Augen der entscheidende Vorteil gegenüber sonstigen Fitnessstudios. Allerdings ist der Spaß genauso teuer, wie Fitness Studio in Deutschland. Und ich kann ja auch noch nicht abschätzen, wie lange ich hier bleiben kann. Natürlich strecke ich schon langsam meine Fühler nach Anschluss-Jobs etc aus. Aber endgültig entscheiden tut sich sowas ja meist erst ein paar Wochen vorher. Mal sehen.
Ich war auch schon in einem lokalen Fitnessstudio. Das war sehr lustig. Die Stunde war gut, aber über die Räumlichkeiten musste ich ganz schön schmunzeln. Das Studio befand sich in einer Wohnung, die mal eben zum Fintessstudio umgebaut worden war. Sprich- In der ehemaligen Küche standen einfach ein paar unverschlossene Spinde für Klamotten. Umkleiden gab es nicht, sondern man musste bei einem der beiden Bäder anstehen und sich dann fix dort umziehen. Und im größten Raum waren Spiegel angebracht und ein paar Matten auf den Boden gelegt, um dort zu Turnen. Trotz aller Provisorien hat mir die Stunde gut gefallen. Das richtige Mass Action und das richtige Mass Entspannung. Das ist bei diesen Temperaturen ganz wichtig, finde ich.
Wie dem auch sei. Ich bin scharf auf einen POOOOOOOOOOL! Schwimmen macht bei diesen Temperaturen einfach viel mehr Spass als alles andere.
Heute Abend gehe ich zu Freunden, die einen Filmabend veranstalten. Es gibt Kinski. "Mein liebster Feind" von Werner Herzog. Ich kenne mich mit Kinski nicht aus. Bin mal gespannt. KINSKI, MONSUNREGEN, GIN TONIC. Eine schöne Mischung :-)
Samstag, 3. November 2007
Gedanken
Um ein wenig mehr über Sri Lanka und den Konflikt zu erfahren, suche ich gerade nach entsprechender Literatur. Allerdings kenne ich mich inzwischen recht gut und weiss, dass ich abends im Bett keine Sachbücher mehr lese. Damit wird das Vorhaben schon etwas schwieriger, denn Belletristik zu Sir Lanka gibt es nur wenig.
Derzeit lese ich "Anils Geist" von Michaael Ondaatje (der hat auch "Der englische Patient" geschrieben). Was man da so über Landmienen und Bomben und verrohte Sitten im Bürgerkrieg ließt, erschreckt mich manchmal schon. Es ist eigenartig, wie auf einer so schönen Insel mit so netten Menschen gleichzeitig ein derart verfahrener brutaler Konflikt herrschen kann. Da fällt einem wieder auf, wie behütet unsere Generation in Europa doch ist. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es sich anfühlt, wenn ein Konflikt und Todesmeldungen zu Alltag werden. Wenn man sich mit der Zeit emotional abschottet (aus Frust oder Angst oder welchen Gründen auch immer) und einfach ein "normales" Leben lebt, mit Höhen und Tiefen und Freude und Trauer. Und der Krieg nurnoch so eine Art Grundrauschen ist, das man gar nicht mehr wahrnimmt.
Gestern wurden wohl Tamilsevan, einer der hochrangigsten Politker der LTTE, und 5 seiner Gefolgsleute von der srilankischen Regierung getötet. Die Aussichten auf neue Verhandlungen zum Waffenstillstand stehen also schlecht.
Aber man sollte die Hoffnung natürlich nie aufgeben.
Derzeit lese ich "Anils Geist" von Michaael Ondaatje (der hat auch "Der englische Patient" geschrieben). Was man da so über Landmienen und Bomben und verrohte Sitten im Bürgerkrieg ließt, erschreckt mich manchmal schon. Es ist eigenartig, wie auf einer so schönen Insel mit so netten Menschen gleichzeitig ein derart verfahrener brutaler Konflikt herrschen kann. Da fällt einem wieder auf, wie behütet unsere Generation in Europa doch ist. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es sich anfühlt, wenn ein Konflikt und Todesmeldungen zu Alltag werden. Wenn man sich mit der Zeit emotional abschottet (aus Frust oder Angst oder welchen Gründen auch immer) und einfach ein "normales" Leben lebt, mit Höhen und Tiefen und Freude und Trauer. Und der Krieg nurnoch so eine Art Grundrauschen ist, das man gar nicht mehr wahrnimmt.
Gestern wurden wohl Tamilsevan, einer der hochrangigsten Politker der LTTE, und 5 seiner Gefolgsleute von der srilankischen Regierung getötet. Die Aussichten auf neue Verhandlungen zum Waffenstillstand stehen also schlecht.
Aber man sollte die Hoffnung natürlich nie aufgeben.
Oktoberfest
Es ist Oktoberfest. In Sri Lanka. Im Hilton. Schon allein diese Mischung waere kurious. Aber das ist erst der Anfang.
Am Mittwoch sind wir von der GTZ aus also zum Feierabendbier auf's Oktoberfest gestapft. Da saß ich am Tisch mit Leuten, die zwar schon in Südafrika, China, Argentinien oder sonstwo auf der Welt auf dem Oktoberfest waren, aber nie in München. So ist das wohl, wenn man sich in einer internationalen Gemeinschaft bewegt.
Angesichts dieser Ausgangslage, war ich natürlich diejenige, der beim Anblick der Bierkarte (Beweisfotos lade ich gleich) das Lachen am schnellsten verging. "Kölsch-The Champagne of Beers" oder "Strawberry Flovoured Beer Pinchers" gab es da zur Auswahl!!! Aber wenn man eine Menge davon trinkt, erhält man zum Glück dennoch die erwünschte Wirkung.
Untermalt von der Musik der "Bavarian Boys und Petra" (tatsächlich eine Original Oktoberfest Bierzelt Band) kam man dann doch ganz gut in Tanzlaune. Auch wenn die Atmosphäre - bei 30 Grad, gelegentlichen Feldermäusen, die sich ins Festzelt verirrten und in Panik wieder flohen, Kellnern, die sich an ihre braunen Baggypants Hosenträger geschnallt hatten, um Lederhosen zu imitieren und einer blutjungen Animateurin mit FBI Kapppe (meiner Meinung nach auf Drogen), die an Geschmacklosigkeit alles übertraf - doch recht gewöhnungbedürftig war.
Immer wenn tatsächlich mal ein bisschen Stimmung aufgekommen war, musste die Band wieder unterbrechen und einem hochnotpeinlichen Spiele-Reigen Platz machen. (Sowas wird dann als deutsches Kulturgut verkauft). Natürlich hatte keiner im Zelt Lust darauf, aber die besagte Animateurin (deren Existenzbereichtigung natürlich im Stattfinden dieser Spiele lag) ließ nicht locker, bis sie eine Truppe von Opfern beisammen hatte. Meist völlig betrunkene Japanierinnen, deren Motorik es nicht mal mehr erlaubte auf ihren hochhackigen Schuhen zu stehen. Geschweige denn irgendwelche Aktions-Spielchen mitzumachen. Aber die Japaner scheinen ja einen angeborenen Hang zu Harakiri zu haben....
Besagte Animateurin scheint sich beim letzten Oktoberfest auch ein besonderes Bonmot geleistet zu haben. Völlig aufgegangen im Bespaßungsrausch hielt sie ein "Heil Hitler" für angebracht. Das war es natürlich nicht.
Für diese Szene hätte ich einiges gegeben, aber natürlich hat sie aus ihren Fehlern gelernt und sich dieses Mal nicht zu einem ähnlichen Exzess verleiten lassen.
Alles in allem war der Abend ein Erlebnis der besonderen Art. Viel Fremdschämen inklusive.
Aber zumindest das Essen war phänomenal! Für eine Pauschale von 1500 Rupies konnte man sich so viel bayerische Spezialitäten vom Büffet aufladen, wie man wollte. Und der echt bayerische Koch, war ungemein nett und verteilte sogar noch Schnupftabak an alle. Allein dafür hat es sich gelohnt.
Am Mittwoch sind wir von der GTZ aus also zum Feierabendbier auf's Oktoberfest gestapft. Da saß ich am Tisch mit Leuten, die zwar schon in Südafrika, China, Argentinien oder sonstwo auf der Welt auf dem Oktoberfest waren, aber nie in München. So ist das wohl, wenn man sich in einer internationalen Gemeinschaft bewegt.
Angesichts dieser Ausgangslage, war ich natürlich diejenige, der beim Anblick der Bierkarte (Beweisfotos lade ich gleich) das Lachen am schnellsten verging. "Kölsch-The Champagne of Beers" oder "Strawberry Flovoured Beer Pinchers" gab es da zur Auswahl!!! Aber wenn man eine Menge davon trinkt, erhält man zum Glück dennoch die erwünschte Wirkung.
Untermalt von der Musik der "Bavarian Boys und Petra" (tatsächlich eine Original Oktoberfest Bierzelt Band) kam man dann doch ganz gut in Tanzlaune. Auch wenn die Atmosphäre - bei 30 Grad, gelegentlichen Feldermäusen, die sich ins Festzelt verirrten und in Panik wieder flohen, Kellnern, die sich an ihre braunen Baggypants Hosenträger geschnallt hatten, um Lederhosen zu imitieren und einer blutjungen Animateurin mit FBI Kapppe (meiner Meinung nach auf Drogen), die an Geschmacklosigkeit alles übertraf - doch recht gewöhnungbedürftig war.
Immer wenn tatsächlich mal ein bisschen Stimmung aufgekommen war, musste die Band wieder unterbrechen und einem hochnotpeinlichen Spiele-Reigen Platz machen. (Sowas wird dann als deutsches Kulturgut verkauft). Natürlich hatte keiner im Zelt Lust darauf, aber die besagte Animateurin (deren Existenzbereichtigung natürlich im Stattfinden dieser Spiele lag) ließ nicht locker, bis sie eine Truppe von Opfern beisammen hatte. Meist völlig betrunkene Japanierinnen, deren Motorik es nicht mal mehr erlaubte auf ihren hochhackigen Schuhen zu stehen. Geschweige denn irgendwelche Aktions-Spielchen mitzumachen. Aber die Japaner scheinen ja einen angeborenen Hang zu Harakiri zu haben....
Besagte Animateurin scheint sich beim letzten Oktoberfest auch ein besonderes Bonmot geleistet zu haben. Völlig aufgegangen im Bespaßungsrausch hielt sie ein "Heil Hitler" für angebracht. Das war es natürlich nicht.
Für diese Szene hätte ich einiges gegeben, aber natürlich hat sie aus ihren Fehlern gelernt und sich dieses Mal nicht zu einem ähnlichen Exzess verleiten lassen.
Alles in allem war der Abend ein Erlebnis der besonderen Art. Viel Fremdschämen inklusive.
Aber zumindest das Essen war phänomenal! Für eine Pauschale von 1500 Rupies konnte man sich so viel bayerische Spezialitäten vom Büffet aufladen, wie man wollte. Und der echt bayerische Koch, war ungemein nett und verteilte sogar noch Schnupftabak an alle. Allein dafür hat es sich gelohnt.
Abonnieren
Posts (Atom)