Samstag, 3. November 2007

Gedanken

Um ein wenig mehr über Sri Lanka und den Konflikt zu erfahren, suche ich gerade nach entsprechender Literatur. Allerdings kenne ich mich inzwischen recht gut und weiss, dass ich abends im Bett keine Sachbücher mehr lese. Damit wird das Vorhaben schon etwas schwieriger, denn Belletristik zu Sir Lanka gibt es nur wenig.
Derzeit lese ich "Anils Geist" von Michaael Ondaatje (der hat auch "Der englische Patient" geschrieben). Was man da so über Landmienen und Bomben und verrohte Sitten im Bürgerkrieg ließt, erschreckt mich manchmal schon. Es ist eigenartig, wie auf einer so schönen Insel mit so netten Menschen gleichzeitig ein derart verfahrener brutaler Konflikt herrschen kann. Da fällt einem wieder auf, wie behütet unsere Generation in Europa doch ist. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es sich anfühlt, wenn ein Konflikt und Todesmeldungen zu Alltag werden. Wenn man sich mit der Zeit emotional abschottet (aus Frust oder Angst oder welchen Gründen auch immer) und einfach ein "normales" Leben lebt, mit Höhen und Tiefen und Freude und Trauer. Und der Krieg nurnoch so eine Art Grundrauschen ist, das man gar nicht mehr wahrnimmt.

Gestern wurden wohl Tamilsevan, einer der hochrangigsten Politker der LTTE, und 5 seiner Gefolgsleute von der srilankischen Regierung getötet. Die Aussichten auf neue Verhandlungen zum Waffenstillstand stehen also schlecht.
Aber man sollte die Hoffnung natürlich nie aufgeben.

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